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Moke Department

vertreten durch Edward Buckwar - Kontaktformular

„Aus dem Lächeln der Mundwinkel lässt sich der Radius der Freiheit berechnen...“ (Stanislaw Jerzy de Tusch-Letz, poln. Aphoristiker, Lyriker u. Satiriker 1909 - 1966)

Entwicklung:

Ende der 50er Jahre wird parallel zur Mini Limousine eine Off-Road-Variante entworfen, um dem britischen Militär ein geländegängiges Fahrzeug an die Hand zu geben, das per Fallschirm abgeworfen werden kann. Gemäß seinem Einsatzzweck, erhält das Fahrzeug die Bezeichnung „Moke“, eine alte englische Bezeichnung für Lastenesel. Über einen Zeitraum von fünf Jahren, während BMC versucht, das Militär vom Kauf zu überzeugen, durchläuft der Moke einige Prototypenstadien.

1959: Erste Prototypen mit umklappbarer bzw. ohne Frontscheibe werden auf englischen Militärausstellungen präsentiert. Ausgestattet mit den Fahrwerkskomponenten des Mini, jedoch mit einem 948ccm großen Motor, um bei Verwendung von Niedrigoktanbenzin die erforderliche Leistung zu erbringen.

1962: Mehrere 4x4 Mokes mit Front- und Heckmotor werden gebaut. Dieses Projekt wird von der Armee abgelehnt. Verkürzte Chassis mit erhöhter Bodenfreiheit werden Anfang des Jahres vorgestellt und ebenfalls abgelehnt. Grund hierfür war laut Überlieferung jeweils die zu geringe Bodenfreiheit.

1963: BMC entwickelt eine weit verfeinerte Version, wieder mit langem Radstand als Pilotprojekt für eine zivile Karriere des Mini Moke.

Produktion:

Der afrikanische Moke:

Zwischen 1962 und 1969 werden in Rhodesien (dem heutigen Simbabwe) die ersten von insgesamt 412 Mokes gebaut. Während die ersten sechs Exemplare noch in reiner Handarbeit gefertigt werden, erhält man bereits kurze Zeit später komplett zusammengesetzte Karosseriewannen als vorgefertigte Kits aus England. Motorisiert werden diese mit 998ccm Motoren aus Süd Afrika, die auf einem A-Serien-Motorblock (ausgelegt für 1098ccm) basieren und die Motornummer 9AK tragen. Anders als später der australische Moke, wird der afrikanische Moke nur mit 10-Zoll Rädern ausgeliefert.

Der englische Moke:

1964: Der Mini Moke geht im August mit einem 848ccm Motor, als Austin oder Morris in Serie. Der Kaufpreis beträgt GBP 335,- netto für die Basisversion. Grundausstattung: gehärtete Frontscheibe, Scheibenwischer, Verdeck mit Tasche, ein Fahrersitz, Grundfarbe „spruce green“. Sonderausstattung: Beifahrersitz (GBP 7,-), zwei Rücksitze (GBP 14,-), laminierte Frontscheibe (GBP 3,-) und Ölwannenschutz (GBP 6,-)

 

 

 

 

1967: Die Farbpalette wird um „snowberry white“ erweitert

1968: Im Oktober wird von British Leyland die Verlegung der gesamten Produktion nach Australien bekannt gegeben.

Marktzahlen:

Nach 14.518 Fahrzeugen (Austin 5.422, Morris 9.096) endet die Produktion des originalen englischen Mini Moke. Nur 1.467 Stück wurden im englischen Heimatmarkt selbst verkauft.

Der australische Moke:

Am 31. März 1966 beginnt die Produktion bei Sydney. Aus der dort ansässigen Mini Produktion werden alle notwendigen Einheiten wie Motor, Frontrahmen, Heckrahmen, Bremsen und die komplette Elektrik bezogen. Um den regionalen Erfordernissen besser zu entsprechen, fließen Verbesserungen ein, wie z. B. ein 1098ccm Motor. 13-Zoll Räder ersetzen die 10-Zöller. Dabei wird eine erhöhte Bodenfreiheit erreicht. Gleichzeitig werden aber tiefgreifende Veränderungen erforderlich: Karosserieverbreiterungen an Front und Heck, Spritzlappen in den Vorderkotflügeln, Spritzschutzwinkel links und rechts an der Frontscheibe

1972: 1275ccm Motoren werden optional erhältlich (für den amerik. Export serienmäßig)

1975: Einführung einer Pick Up Variante durch Leyland Australia

1978: „CALIFORNIAN“, die in Europa bekannteste Ausführung wird eingeführt: Weiße Speichenräder, kleineres Lenkrad, sog. „bull bars“ an Front und Heck, Schriftzug MOKE oberhalb des Kühlergrills sind die wesentlichen Erkennungszeichen dieses Typs.

 

 

 

 

 

1980: 4x4 Versionen mit nur einem Motor werden entwickelt

1982: Produktionsende für den australischen Mini Moke. Die Produktionsanlagen werden nach Portugal verlegt.

Marktzahlen:

Nach dem Ende der Produktion hat British Leyland sämtliche Unterlagen vernichtet, so dass heute keine Zahlen mehr nachvollziehen sind.

Der portugiesische Moke:

1982: Im Laufe des Jahres werden einige Vorserien- und Testfahrzeuge hergestellt

1983/1984: British Leyland Portugal baut 13-Zoll CALIFORNIAN MOKES im Werk Setubal. Übriggebliebene Kits aus Australien werden mit 998ccm Motoren gebaut. Noch im selben Jahr meldet British Leyland Portugal Konkurs an.

1985: Austin Rover Portugal verlegt die Produktionsanlagen nach Vendas Novas. Nur 300 Kits 13-Zoll CALIFORNIAN MOKES, von British Leyland Portugal übernommene Einheiten, werden zusammengebaut. Im August fällt der Startschuss für die Entwicklung des neuen 12-Zoll MOKE. Einige Vorserienfahrzeuge und Prototypen gehen vom Band.

1986: Im Februar rollt der erste echte Portugal MOKE vom BandMerkmale: 12-Zoll Bereifung, Scheibenbremsen, 998ccm „A-Serie“ Motor, Silber lackierte Bull Bars an Front und Heck, geschraubter Kühlergrill, Überrollkäfig, Haltegriffe und Scheibenrahmen. Anstatt der Rücksitze gibt es eine Rückbank ohne Gurte. Farben: Weiß oder Schwarz mit roten Kedern. Als sogenannte „power packs“ kommen Motor, Frontrahmen, Räder, hinterer Hilfsrahmen etc. komplett vorgerüstet aus England.

 

 

 

 

1988: Spritzverzinkung vor dem Lackieren wird Standard. Die Bull Bars und der Kühlergrill sind weiß lackiert. Optional gibt es Gurte für die Rückbank. Ca. ab November wird die Rückbank optional durch Einzelsitze ersetzt.

1989/1990: Bevor die Produktion Ende Juli schließt wird noch das Sondermodell „MOKE 25“ gefertigt. Die gesamte Produktionsanlage wird an CAGIVA verkauft.

1991/1992: CAGIVA baut Modelle als Standard oder SE Version. Merkmale: Einzelsitze hinten, geänderte Dachbefestigung und Seitenfenster, Sitz und Dach nur in einer Farbe (weiß mit grünem Keder). Die SE Version hat zusätzlich Aluräder, neue Bull Bars vorne, eine getönte Frontscheibe etc.

1993: Ende Februar wird die Produktion endgültig eingestellt. Pressen und Werkzeuge werden demontiert und nach Italien transportiert.

Marktzahlen:

1983-1984: 679 Fahrzeuge (British Leyland Portugal)

1985-1989: 7.492 Fahrzeuge (Austin Rover Portugal)

1991-1992: 1.952 Fahrzeuge (CAGIVA) - 1993: 120 Fahrzeuge (unbestätigt)

Produktion Portugal insgesamt: 10.242 Fahrzeuge

Der weltweit agierende „The Mini Moke Club“ versucht bis heute die Produktionsanlagen zu erwerben, um die Ersatzteilversorgung langfristig und kostengünstig sicherzustellen, jedoch ohne Aussicht auf Erfolg. Neueste Zahlen für den Erwerb sind exorbitant hoch. Die Wiederaufnahme der Produktion ist inzwischen nicht mehr möglich, da der Besitzer die Frist von 3 Jahren zum Produktionsanlauf ohne Reaktion verstreichen ließ. Somit ist eine neue, EG-weite Homologation notwendig, die unter wirtschaftlichen Aspekten in keiner Relation steht.

Ersatzteilsituation: Mechanische Komponenten entsprechen dem MINI und sind daher problemlos und vergleichsweise günstig erhältlich. Spezifische Moke Teile lässt der „The Mini Moke Club“ partiell bereits nachfertigen. Mitgliedern werden auch laufend verfügbare Altbestände bzw. gebrauchte Teile und Fahrzeuge angeboten.

Quellen:

- The Mini Moke Club, England

- Mini Club München 1980 e.V.